Ergotherapie
Ergotherapie ist ein von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen anerkanntes Heilmittel und wird von Ihrem behandelnden Arzt verordnet.
Sollten Sie aus medizinischen Gründen die Praxis nicht aufsuchen können, kann Ergotherapie auch als Hausbesuch vom Arzt verordnet werden. Sie können dann in Ihrer gewohnten Umgebung behandelt werden. Dieses gilt auch für Heime und andere Institutionen.
1. Motorisch-funktionelle Ergotherapie
Diese Therapieform hilft Menschen mit körperlichen Einschränkungen, wie nach einem Unfall, Schlaganfall oder bei chronischen Erkrankungen.
- Ziele: Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft und Feinmotorik sowie Schmerzlinderung.
- Methoden: Bewegungsübungen, Hilfsmitteltraining und Alltagstraining.
2. Sensomotorisch-perzeptive Ergotherapie
Hier steht die Förderung der Wahrnehmung und Koordination im Mittelpunkt. Diese Behandlung ist besonders wichtig für Kinder und Erwachsene mit Entwicklungsstörungen, neurologischen Erkrankungen oder sensorischen Defiziten.
- Ziele: Verbesserung der Koordination, der Sinneswahrnehmung und der Handlungsplanung.
- Methoden: Wahrnehmungstraining, spielerische Aktivitäten und gezielte Übungen zur Verbesserung der sensorischen Integration.
3. Psychisch-funktionelle Ergotherapie
Für Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Demenz bietet diese Form der Ergotherapie wertvolle Unterstützung.
- Ziele: Stärkung der emotionalen Stabilität, Förderung sozialer Fähigkeiten und Bewältigung des Alltags.
- Methoden: Kreative Tätigkeiten, kognitives Training, Achtsamkeitsübungen und soziale Interaktion.
Ergotherapie ist für Menschen jeden Alters geeignet und bietet gezielte Unterstützung bei einer Vielzahl von Erkrankungen:
1. Neurologie
- Schlaganfall und Schädel-Hirn-Trauma
- Multiple Sklerose und Parkinson
- Schäden am Rückenmark oder periphere Nervenschädigungen
2. Orthopädie
- Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen
- Schädigungen an Schulter, Arm und Hand
- Erkrankungen von Muskeln, Gefäßen oder Bindegewebe
3. Geriatrie (Seniorenheilkunde)
- Altersbedingte neurologische Erkrankungen wie Demenz
- Orthopädische Beschwerden im Alter
- Psychische Erkrankungen im höheren Lebensalter
4. Psychiatrie
- Neurotische, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
- Affektive Störungen, Schizophrenie, wahnhafte Störungen
- Psychische- und Verhaltensstörungen durch Drogenkonsum, Demenz
